Neues von Oben – Sébastien Ogier im Interview

Rally Argentina 2013

Zwar nicht der vierte Sieg in Folge aber trotzdem kein Grund zur Traurigkeit: Für Volkswagen-Pilot Sébastien Ogier zeigt sich die Rallye-WM 2013 nach fünf Läufen immer noch als Erfolgsstory sondergleichen. Auch wenn Rekordweltmeister Sebastien Loeb den Lauf im Land von Carlos Reutemann, Maradona und anderer Supergauchos gewinnen konnte – in der Tabelle steht Ogier immer noch oben (was sich, da sind sich die Experten einig, bis zum Saisonende kaum ändern wird).

Rally Argentina 2013

Kurz vor dem Start in Argentinien beantwortete der WM-Führende ziemlich entspannt die Fragen von acht Bloggern, darunter auch The Motorist Blog. Hier das Ogier-Interview, mit freundlicher Unterstützung von Rally the World, im Film …

https://www.rallytheworld.com/the-big-blog-featuring-ogier

… und in Textform:

WorldRallyBlog: Gibt es eine bestimmte Person, die deine Entscheidung für den Rallye-Sport beeinflusst hat?

Sébastien Ogier: Das ist wirklich eine schwere Frage! In meiner Familie wurde gar nicht so viel Motorsport praktiziert, nur mein Onkel ist Motocross gefahren. Also hat er mich vielleicht angesteckt, denn ich habe sein Hobby schon verfolgt, als ich noch ganz klein war. Und mein Vater war ein großer Ayrton Senna Fan. Also habe ich auch schon früh Formel 1 geguckt und wurde Senna-Fan.

MotorpasionF1.com: Wie würdest du deinen Fahrstil mit dem Volkswagen Polo R WRC beschreiben?

Sébastien Ogier: Ich glaube, mein Fahrstil ist einfach sauber, ich versuche effizient zu sein und konzentriere mich auf meine Performance. Ich gebe zu, manchmal ist es kein besonders spektakulärer Stil aber ich versuche eben effektiv zu sein.

RalliSport.net: Nachdem du diese Saison so erfolgreich gestartet bist, weißt du, wie viele Punkte pro Rallye nötig sind, um den Titel 2013 zu holen?

Sébastien Ogier: Ich habe mich informiert, wie viel man braucht und habe gesehen, dass Seb Loeb mit 22 Punkten Champion war, manchmal mit durchschnittlich 20 Punkten. Ich habe jetzt 25.2 Punkte und das ist ein echt guter Start! Ich weiß nicht, wie viel wir genau brauchen aber mindestens einen Punkt mehr als die anderen (lacht).

Rally Argentina 2013

WetheTerrors.com: Dein Team-Kollege Jari-Matti Latvala ist wieder zurück in Form. Wie gehst du mit dieser Konkurrenz innerhalb des Teams während der Rallye Argentinien um?

Sébastien Ogier: Es ist ja alles offen und es gibt keinen „alten Hasen“ bei uns. Ich finde es gut, dass Jari schneller und schneller wird, das ist ja auch gut für‘s Team! Er wird sicher auf Sieg aus sein während der nächsten Läufe, auch schon hier in Argentinien. Aber wir haben die gleichen Chancen.

MAXRALLY.com: Auf welche WRC-Stage im Kalender freust du dich besonders und warum?

Sébastien Ogier: Es gibt jede Menge spannende Stages aber ich mag es, wenn‘s schnell ist und man sliden kann: zum Beispiel Rammen in Schweden oder Ouninpohja in Finnland. Es gibt jedoch jede Menge andere Stages, auf die ich mich freue!

Motoso.de: Was denken Rallye-Fahrer über Formel-1-Fahrer? Denkst du, dass sie „Memmen” sind, die nur im Kreis fahren können?

Sébastien Ogier: Wir haben jede Menge Respekt vor den Formel-1-Fahrern, es ist einfach eine andere Art von Motorsport. Ich bin sicher, dass es sehr schwer ist, in dieser Disziplin bis an die Spitze zu kommen.

The-Car-Addict.com: Du liegst gerade in Führung – wirst du dir eine besondere Belohnung gönnen, falls du den WRC-Titel holst?

Sébastien Ogier: Ich weiß noch nicht genau aber ich werde mir bestimmt einen schönen Urlaub gönnen. Die WRC-Saison ist ja lang und wir brauchen danach immer erst mal ein bisschen Ruhe. Und vielleicht auch ein neues Auto als Belohnung – aber bis dahin gibt es noch jede Menge zu tun.

TheMotoristBlog.com: Die erste Stage während der ersten Rallye 2014 findet in deiner Heimatstadt in Südfrankreich statt. Rechnen die WRC-Organisatoren wohl schon damit, dass du dieses Jahr Weltmeister wirst?

Es wäre natürlich echt verrückt, wenn ich die nächste Saison mit der Nummer 1 vor meiner Haustür beginnen könnte. Aber egal ob mit der Eins oder ohne – ich freue mich sehr auf diesen Start-Moment. Natürlich hoffe ich, dass ich sie bekomme. Auf jeden Fall ist es schön zu hören, dass die Rallye Monte-Carlo wieder in den Hautes-Alpes ist, besonders in Gap, meiner Heimatstadt.

Rally Argentina 2013


Rallye Monte-Carlo für alternative Antriebe 2013

Rallye Monte Carlo Energie Nouvelle 2012

Seit gestern sind wir wieder auf der Rallye Monte-Carlo für alternative Antriebe unterwegs. Diesmal nicht als Fahrer (wie 2011 im Toyota Auris Hybrid und 2012 im Renault Fluence Z.E), sondern ganz klassisch als Journalisten. Mit allen Freiheiten, uns im Feld zu bewegen, ohne auf Zeit- und Verbrauchswertungen Rücksicht nehmen zu müssen.

Das Besondere in diesem Jahr: Es sind nicht nur fast alle verfügbaren Elektroautos (Tesla Roadster, Smart electric drive, Nissan Leaf, Mitsubishi i-MiEV, Peugeot iOn, Renault Fluence Z.E., Mia und Think) und die aktuellen Hybridmodelle (Opel Ampera, Fisker Karma, Toyota Auris und Yaris, Citroën DS5 Hybrid, KIA Optima Honda CRZ, Jazz und Insight, Lexus GD 450h) am Start.

Sondern auch echte Rallye-Prominenz: Daniel Elena, als Copilot von Sébastien Loeb amtierender Rallye-Weltmeister, fährt einen Citroën DS5 Hybrid; der kanadische Rallyemeister Alan Ockwell navigiert als Copilot den Prius Plug-in Hybrid von Toyota Kanada und Le-Mans-Veteran Bernard Darniche steuert einen Opel Ampera.

Alle wichtigen Infos findet Ihr in unserem heutigen Artikel auf Motor-Talk.de, ein weiterer folgt in der nächsten Woche an gleicher Stelle. Für die Schweizer Freunde erscheint in der kommenden Woche auch eine große Rallye-Reportage im Tagesanzeiger.

Fotos: Jack Kulcke


Detroit Motor Show // Die Top 10

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Platz 1: Corvette C7 Stingray

Der Star der Detroit Motor Show: das All-American-Car mit 6,2 Liter großem Achtzylinder und 450 PS.

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Platz 2: Mercedes-Benz E-Klasse

Als Limousine und T-Modell ab April, als Coupé und Cabrio ab Mai erhältlich. Die Topversion E 63 AMG S erhält erstmals Allradantrieb. Mit im Bild: Daimler-Dirigent Dieter Zetsche.

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Platz 3: VW CrossBlue

Sieben Sitze, kantiges Design, Dieselhybrid. Der XXL-Tiguan kommt leider nur für den US-Markt.

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Platz 4: BMW M6 Gran Coupé

Eines der elegantesten Kraftwerke (4,4-Liter-Biturbo-V8, 560 PS) unserer Zeit konkurriert mit dem Audi RS7 und dem hauseigenen M5.

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Platz 5: Tesla Model X Prototyp

Kein Auto triggert die elektrische Faszination besser als der (noch) per Hand gebaute Design-Prototyp mit Flügeltüren, drei Sitzreihen und Interieur im Apple-Stil.

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Platz 6: Honda Urban SUV Concept

Die coole Designstudie wird die Basis für den Jazz stellen. Ab 2014 in Deutschland als Kompakt-SUV erhältlich.

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Platz 7: Nissan Resonance Concept Crossover

Der Van-Schrägstrich-SUV mit Hybridmotor wird in dieser Bling-Bling-Aufmachung (längste Windschutzscheibe aller Zeiten inklusive) für die Serie noch entschärft werden.

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Platz 8: Bentley Continental GT Speed Cabrio

Das schnellste viersitzige Cabrio der Welt: offen gefahrene 325 km/h Spitze wirken trotz Windschott besser als jeder Schaumfestiger.

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Platz 9: Hyundai Coupé HCD-14 Genesis

Aus jedem Winkel faszinierend: die gastfreundlichen „Suicide Doors“ der Studie für die nächste Genesis-Generation. Dazu verblüffen Eye-Tracking und Gestensteuerung für Navi- und Entertainmentfunktionen.

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Platz 10: BMW 4er Coupé Concept

Das 3er Coupé heißt jetzt 4er, was für BMW einen ordentlichen Preisaufschlag rechtfertigt. Bei so viel Marketing-Raffinesse vergisst man leicht die großartige Linienführung.

Text & Fotos aus Detroit: Jan Wilms


Detroit Motor Show // Part 1

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Put your hands up for Detroit;) Zwischen Jetlag und offiziellem Start der Detroit Motor Show hat Mercedes-Benz der Welt sein neuestes Modell präsentiert: den CLA. Zielgruppe sollen die Digital Natives werden, oder die Generation Y, wie Daimler-Vorstand Dieter Zetsche gestern Abend in Detroit sagte.

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Also: Was der Strich-Achter für Deinen Opa war, soll das viertürige Coupe auf A-Klasse-Basis nun für Deine Altersklasse sein. Außerordentlich chic designt sind die Linien auf jeden Fall, auch der Innenraum wirkt kraftvoll und cool. Dazu hat der CLA die beste Aerodynamik in seinem Segment und eine satte “Connectivity”, sprich: digitale Vernetzung. Bei Preisen ab 28.977 Euro für den CLA 180 (1,6-Liter-Benziner, 122 PS, 210 km/h Spitze) wird nun nicht jeder aus der trendigen Zielgruppe den CLA aus eigener Tasche bezahlen können. Aber vielleicht gibt Opa ja seinen Strich-Achter in Zahlung …

Weitere exklusive Fotos und News von der Detroit Motor Show folgen …

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Rallye-WM 2013: Wilde wilde Wölfe

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VW-Motorsport kehrt 2013 mit dem Polo R WRC in die Rallye-WM zurück

MONTE CARLO. Nur kurz war zu befürchten, dass der Rallye-WM die Luft ausgeht. Zwar gab Serienweltmeister Sébastien Loeb seinen Rückzug auf Raten bekannt. Gleichzeitig aber läutete Volkswagen Motorsport sein Comeback ein: Ab 2013 nimmt VW zum ersten Mal seit 26 Jahren wieder mit einem eigenen Modell an der Rallye-WM teil.

Gestern wurden in Monte Carlo Fahrer, Team und der Polo R WRC als Rallye- und Kleinserienversion präsentiert. Die Ambition der Wolfsburger wird schnell klar: Kurzfristig, spätestens 2014, soll der Titel her. Im aufwendig entwickelten und getesteten Polo R WRC werden deshalb mit Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala (Ex-Ford und Dritter der Saison 2012) zwei Spitzenfahrer sitzen.

Rally, Car Launch, MonacoRally, Car Launch, Monaco

Technisch steht die WM, wie die Entwicklung moderner Pkw-Aggregate, unter dem Stern des Downsizing: Das Reglement schreibt Motoren mit 1,6-Liter-Hubraum und Direkteinspritzung, Turbolader und Luftmengenbegrenzer vor. Der VW Polo R WRC generiert daraus 315 PS und ein maximales Drehmoment von rund 425 Newtonmetern. In 3,9 Sekunden geht´s von Null auf Hundert, bei 200 Sachen ist übersetzungsbedingt Schluss. Weitere Features bei einem Gewicht von 1.200 Kilogramm: sequenzielles Sechsgang-Renngetriebe, Sicherheitskäfig, permanenter Allradantrieb und Aerodynamikpaket.

Rally, Car Launch, MonacoRally, Car Launch, Monaco

Was verspricht sich die Chefetage in Wolfsburg nach drei Siegen bei der fernen Rallye Dakar von der volksnäheren WRC? „Unser Engagement soll den Polo – unser wichtigstes Auto – emotionalisieren“, sagte Ulrich Hackenberg, VW-Vorstand für Entwicklung, gestern in Monte Carlo im Gespräch mit The Motorist Blog. „Gleichzeitig können wir so zeigen, dass sich Effizienz und Leistung nicht ausschließen.“ Für Hackenberg ist der Motorsport ohnehin eine Passion: „Ich fahre ja gerne selbst gerne Rennwagen und finde, dass die WRC als Königsklasse im Rallyesport einfach das Salz in der Suppe ist. Deshalb haben wir die besten Fahrer verpflichtet und ihnen mit dem VW Polo R WRC ein sehr gutes Auto gebaut.“ Ein Understatement, das alle Teammitglieder pflegen – offiziell spricht in Monte Carlo kein VWler von Titel-Ambitionen im ersten „Lehrjahr“.

Rally, Car Launch, MonacoRally, Car Launch, Monaco

Sportlich scheint durch das VW-Engagement nach den Demissionen von Loeb und Ford in der World Rally Championship wieder deutlich mehr Spannung als in den Vorjahren garantiert. Oder Ogier, Latvala und ihre Polos dominieren den Wettbewerb schon vom ersten Lauf, der genauso legendären wie anspruchsvollen Rallye Monte Carlo (16.-20. Januar 2013). Ein Sieg dort – mit einem komplett neuen Auto – wäre allerdings auch ziemlich sensationell.

Für die adäquate Einstimmung der Fans auf die Rallye-WM hat VW ein eigenes Webportal entwickelt: Auf rallytheworld.com soll ab Januar der Dreck der Schotterprüfungen auch durch den digitalen Raum spritzen.

Termin:

WRC Rallye Monte Carlo, 16.-20. Januar 2013

Technische Daten

VW Polo R WRC (World Rallye Car)

Leistung: 232 kW (315 PS)

Hubraum: 1.600 ccm

Zylinder: 4

Luftmengenbegrenzer: 33 mm (FIA-Reglement)

Max. Drehmoment: 425 Nm bei 5.000 1/min

Höchstgeschwindigkeit: ca. 200 km/h (abhängig von Getriebe-Übersetzung)

Von null auf hundert: ca 3.9 Sekunden

Mindestgewicht: 1.200 kg


Testfahrt: Mercedes-Benz CLS Shooting Brake

Für das Intersection Magazin sind wir kürzlich in Florenz ein ziemlich außergewöhnliches Auto gefahren, den Mercedes-Benz CLS Shooting Brake. Elemente aus Coupé, Limousine und Kombi haben ein Produkt für die Nische in einer Nische entstehen lassen: eine sportliche Oberklasse mit angenehm wenig Prunk.

Als Mercedes-Benz 2003 mit seinem CLS das erste viertürige Coupé der automobilen Neuzeit vorstellte, fragte man sich, warum dieses Segment, nicht schon viel früher besetzt worden war. Es bietet einen exzentrischen Spielplatz für elegante Designs und sportliche Fahrleistungen, bei gleichzeitiger Opulenz und großem Komfort. Mercedes-Benz ist immer noch Marktführer in dem wachsenden Segment. Auf den Fersen sind aber längst der Nachbar aus Zuffenhausen mit seinem Panamera, Audi mit dem A7 und BMW mit dem neuen 6er Gran Coupé.

Um nun wieder einen Schritt voraus zu sein, will MB mit einer seiner Königsdisziplinen punkten: dem Kombiheck. Die Integration in die Coupéform eine viertürige Limousine wirft die Frage auf: Muss man das machen? „Wir sind sicher, dass dies ein weiteres Erfolgsmodell wird“, sagt Hubert Schneider, Leiter des Gesamtfahrzeugversuchs CLS. Aus dem Scheitern der klotzigen, ebenfalls wild crossovernden R-Klasse hat man jedenfalls gelernt: Die Quadratur des Stern-Kreises funktioniert nun über einen Designtrick. Weil die Fensterlinie hinter der C-Säule steiler abfällt als die Dachkante, zeichnet sich im Transporter-Heck eine Coupé-Kontur ab. Eine gute Übersicht nach hinten raus gibt´s dann allerdings nur noch medial – per Rückfahrkamera.

Lieber nach vorn als nach hinten blickt man auch wegen der Triebwerke des CLS: Eine kultiviert-kraftvolle Vernunftlösung bietet der CLS 350 mit seinem 3,5-Liter-Sechszylinder (306 PS, 250 km/h Spitze, ab 66.818 Euro). Er zieht gut durch, klingt von 3500 Umdrehungen aufwärts angenehm kernig und verbraucht dabei bei realistischer Fahrweise rund 11,6 Liter auf 100 Kilometer. Das sind zwar 4,3 Liter mehr als die kombinierte Werksangabe – doch wer hier Erbsen zählt, ist mit einer E-Klasse sicher besser bedient. Am oberen Ende der Kraftkette liefert der CLS 63 AMG mit seinem 5,5-Liter-V8-Biturbo eine virtuose und grandios unvernünftige Leistungs-Demonstration ab (525 PS, ab 117.512 Euro): Sein unbändiger Vortrieb wird zwar schon bei 250 km/h Spitze abgeriegelt – doch bis dahin ist nahezu alles fahrerisch vorstellbare möglich. Ein echtes Kraftwerk! Dazu gibt es drei Motor-Alternativen: Den CLS 500 und die Diesel 250 CDI und 350 CDI.

Zurück zum Heck: Das bietet fast genauso viel wie Stauraum wie die E-Klasse, die auch die Plattform des CLS stellt. Allerdings mit viel mehr Oberklasse-Gefühl, etwa durch den optionalen Ladeboden aus Kirschbaumholz in von Segelyachten bekannter Teakdeck-Optik. Der Luxus im CLS kommt jedoch angenehm unprotzig daher, fast schon hanseatisch. „Deutschelande!!!“, ruft uns ein älterer Herr auf der Ponte alla Carraia zu. Und er meint doch: „Bella Macchina!“. Obwohl er die laszive Eleganz der Limousine nicht erreichen kann, wurde der CLS Shooting Brake schließlich doch ein eigenwillig schönes Auto.

PS: Woher die exzentrische Benennung “Shooting Brake” kommt, steht in der nächsten Intersection-Ausgabe.

Fotos: Hersteller/The Motorist/Christian Hagemann


LIVE vom Pikes Peak International Hill Climb

Heute findet in Colorado Springs, USA, der 90. Pikes Peak International Hill Climb statt. Das „Race to the clouds“ mit seinen 156 Kurven ist das berühmteste und anspruchsvollste Bergrennen der Welt. The Motorist Blog ist live vor Ort.

In Deutschland umgibt den Pikes Peak International Hill Climb vor allem durch den fulminanten Rekordlauf von Walter Röhrl auf Audi S1 aus dem Jahr 1987 ein starker Mythos. Hier zum Einstimmen noch einmal ein Ausschnitt aus den legendär gewordenen zehn Minuten, in denen Röhrl den 4300 Meter hohen Pikes Peak bezwang.

25 Jahre später hat sich am Berg ziemlich viel verändert: Zum ersten Mal startet eine rein elektrische Klasse, die uns eine Vorschau darauf ermöglicht, welche Autokonzepte im kommenden Jahr in einer „Formel E“ fahren könnten. Die zweite Neuerung: Die Schotterstrecken, die bislang die Fahrer zum hemmungslosen Driften animierten, sind komplett asphaltiert worden. Natürlich dämpft dies die Aura des Rennens ziemlich – ein wenig so, als ob in Wimbledon nicht mehr auf Rasen gespielt würde. Allerdings lässt der neue Belag höhere Geschwindigkeiten zu. Und öffnet so die Tür zu neuen Rekordzeiten.

Wir sind seit Mittwoch vor Ort in Colorado Springs, haben in den Boxen die Fahrer und Ingenieure interviewt und uns die Trainingsläufe angeschaut. Besonders beeindruckt haben uns der TMG EV P002 von Toyota Motorsport (Pilot: Fumio Nutahara, Japan) mit 350 kW (476 PS), 900 Nm Drehmoment und einer Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h:

Und der „Monster Sport E-RUNNER“, eine optisch gelungene Batmobil-Kopie mit noch geheimen technischen Daten. Ihn fährt Pikes Peak-Rekordhalter Nobuhiro „Monster“ Tajima, der „japanische Walter Röhrl“. Besonders interessant: 2011 riss Tajima hier auf einem Suzuki SX4 als erster Fahrer die 10-Minuten-Marke. Dass er nun elektrisch fährt, werten wir mal als ein wichtiges Signal für die Zukunft des Motorsports:

Außerdem heute im Feld der Elektrischen: der 240 kW (326 PS) starke Mitsubishi i-MiEV Evolution, eine Modifikation des handelsüblichen Mitsubishi i-MiEV, der allerdings aufgrund eines Unfalls die Trainings verpasste.

Die ersten Autos starten heute ab 17 Uhr– das Rennen läuft bis 3 Uhr am Montagmorgen deutscher Zeit. Wer ganz nah dabei sein will, dem empfehlen wir den offiziellen Pikes Peak-Livestream.

Die Ergebnisse und Fotos vom Rennen gibt es in der kommenden Woche hier auf The Motorist Blog.

Text: Jan Wilms

Fotos: Jack Kulcke


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