Testfahrt: Nissan Leaf
Veröffentlicht: 30. Januar 2012 Einsortiert unter: Allgemein | Tags: alternative Antriebe, Drehmoment, Elektroauto, Elektromobilität, Komapktklasse, Leaf, Lithium-Ionen, Nissan, Rekuperation, Zukunft 1 Kommentar »Mit dem Leaf bringt Nissan im April das erste Elektroauto der Golf-Klasse. Allerdings kommt es 16 Monate später als in den USA. Mit rund 170 Kilometern Reichweite und gutem Platzangebot verspricht er viel Komfort. Doch hat sich das Warten gelohnt?
Technologisch bietet der Leaf in seinem komplett elektrifizierten Antriebsstrang keine Überraschungen: Die Lithium-Ionen-Batterien besitzen eine angemessene Kapazität von 24 kWh und erlauben eine Reichweite von 160 bis 175 Kilometern unter Idealbedingungen.
Hat sich das Warten also gelohnt? Der Preis ist mit 36.990 Euro hoch, relativiert sich aber im Vergleich mit dem Kleinwagen Mitsubishi i-MiEV (34.390 Euro) und dem etwas größeren Opel Ampera (48.200 Euro). Da gibt´s mit dem Leaf schon mehr Auto fürs Geld.
Auf innerstädtischen Straßen fühlt sich der E-Nissan viel stärker motorisiert an, als es die Leistung von 80 kW (109 PS) verspricht: Weil das maximale Drehmoment von 280 Nm aus dem Stand anliegt, schießt der Leaf an jeder Ampel los wie ein Sportwagen, benötigt aber trotz einstufiger Automatik für den vollen Spurt auf 100 km/h lange 11,9 Sekunden. Der E-Motor wird bei einer Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h abgeriegelt.
Der Praxistest zeigt, mit welcher Fahrtaktik man im Leaf die versprochenen 160 Kilometer tatsächlich realisiert. Bei längeren Fahrten bergauf schrumpft der Energievorrat zwar, das Energiemanagement verzeiht auch die dynamischen Antritte nicht oft.
Falls die Ladung trotzdem zur Neige geht, berechnet das serienmäßige Leaf-Navi telematisch den kürzesten Weg zur nächsten Ladestation.
Ab April steht der Leaf bei 18 speziell geschulten Nissan-Händlern in Deutschland. Das Warten auf den E-Nissan hat sich gelohnt, wenn man eine technologisch ausgereifte Vernunftlösung sucht, die alles bietet, was man von einem kompakten Elektroauto im Jahr 2012 erwarten kann. Dazu gehört auch der hohe Preis.
Fotos: Nissan, The Motorist Blog
Nissan Leaf
Antrieb: Elektromotor (Wechselstrom-Synchronmotor)
Typ: fünftürige Schrägheck-Kompaktlimousine
Leistung: 80 kW / 109 PS
Reichweite: 175 km
Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 11,9 s
Verbrauch (vorläufiger Wert): ca 2,37 l/100km (Angabe US-Umweltbehörde)
CO2-Emission (vorläufiger Wert): 0 g/km
Batterie: Lithium-Ionen
Ladezeit: 7 Stunden an 16 A / 230 V-Steckdose
Länge: 4.44 Meter
Breite: 1.77 Meter
Höhe: 1.54 Meter
Radstand: 2.69 Meter
Gewicht: 1.965 kg
Preis: ab 36.990 Euro
Verfügbarkeit: April 2011
Sitzplätze: 5
Fahrkultur: Land Rovers Jagdhütte in Berlin
Veröffentlicht: 27. Januar 2012 Einsortiert unter: Allgemein | Tags: Alte Münze, Berlin, Berlin-Mitte, Circleculture Gallery, Evoque, Land Rover, Lufthansa, Pop-up-Restaurant, Pret a Diner, Range Rover, Stefan Strumbel, Tim Raue, Vhils Schreibe einen Kommentar »Mercedes-Benz sponsort die Berliner Fashion Week, VW kooperiert mit dem MoMA in New York, Rupert Stadler von Audi sprach Anfang der Woche bei der DLD Conference – kaum ein Autohersteller, der auf eine Verlinkung zu Kunst, Szene und digitaler Boheme verzichtet.
Ein paar Nummern kleiner und dabei ziemlich sympathisch zeigt sich Land Rover derzeit in Berlin. Als Partner der Lufthansa unterstützt die britische Marke (mittlerweile in indischer Hand) das Pret a Diner „In the Mix“, ein bis Ende Februar geöffnetes Pop-Up-Restaurant in der Alten Münze in Berlin. Die preisgekrönte Idee: Ein temporäres Sterne-Restaurant öffnet für wenige Wochen in einer aufregenden Industrieumgebung.
Die Obergeschosse werden zeitgleich von der Circleculture Gallery bespielt. Die Höhepunkte hier: Stefan Strumbels Pop Art-Kuckucksuhren und Vhils‘ Merkel-Wandgemälde. Was dieses feingeistige Konzept mit Geländewagen zu tun hat? Nichts direkt, außer dass es einen urbanen Lebensstil ausdrückt, den die traditionsreiche Allradmarke allmählich auf sich transferieren möchte. Das passende Auto gibt es nun auch – sogar ohne 4×4-Antrieb.
Denn der Range Rover Evoque hat nur noch wenig mit dem historischen Feld-Wald-und-Wiesen-Image des Ur-Range Rovers zu tun. Dafür ist er ziemlich chic gestaltet. Was übrigens auch für das Pret a Diner-Interieur gilt: Mit seinen präparierten Vögeln, Fasanen und Mardern wirkt das Restaurant wie die innerstädtische Version einer Jagdhütte. So würde sie auch der Stammklientel von Range Rover gefallen. Und den Imagetransferkreislauf schließen. (Dass der noch vor 25 Jahren vis-a-vis am anderen Spreeufer residierende Staatsratsvorsitzende der DDR einen moosgrünen Range Rover (Foto: Stefan Thiele) zur Jagd benutzte, würde als Assoziation wohl zu weit gehen).
Für das Kulinarische ist Tim Raue verantwortlich, Berlins jüngster Starkoch. Auch wenn die Auslastung bei diesem Guerilla-Cooking bisher bei traumhaften 100 Prozent lag: Konzepte wie diese tragen sich kaum selbst. Für die Sponsoren hat das Engagement den entscheidenden Vorteil: Näher kommen sie an den vermeintlichen Kern der Hipsterszene Berlins nicht ran.
Für das Innendesign des Evoque hatte Land Rover sogar Victoria Beckham engagiert. Da ist die Investition ins Pret a Diner schon besser angelegt. Ende des Jahres wird die Münze wohl zu einem Investorenprojekt – ein Grund mehr, noch einmal vorbeizuschauen. Auch, weil die Gäste anschließend mit dem neuen Evoque nach Hause geshuttelt werden. Hinauf auf die wilden Höhen von Kreuz-, Schöne- und Prenzlauer Berg.
Fotos: Pret a Diner, Land Rover, Katrin Rodegast, Stefan Thiele, The Motorist Blog,
Testfahrt: MINI Countryman ALL4
Veröffentlicht: 17. Januar 2012 Einsortiert unter: Allgemein | Tags: ALL4, Allradantrieb, Cooper, Countryman, DSC, DTC, Fahrwerk, Kühtai, Lamellen-Kupplung, Mini, Offroad, SAV, SUV 1 Kommentar »In der ersten Hälfte des Winters mussten wir Schnee mit der dicken Lupe suchen. Erst gestern tröpfelte zum ersten Mal ein wenig Gefrorenes vom Berliner Himmel, auch in den alpinen Skigebieten liegt mittlerweile mehr als genug. Doch bis Mitte Dezember dominierte selbst auf über 2000 Metern ein entmutigendes Grünbraun.
Auch die Presseleute von MINI, die im Kühtai, dem höchsten österreichischen Wintersportrevier, den allradgetriebenen Countryman ALL4 vorführen wollten, bekamen da warme Füße. Pünktlich am Vorabend des Events bewiesen die Münchner ihr Gespür für die weiße Pracht. Während die Straßen um Innsbruck noch frühlingshaft erschienen, zeigte sich das Offroad-Gelände hoch oben in den Tiroler Bergen schneebedeckt.
So durfte der Countryman ALL4 demonstrieren, was er kann. Mit seiner – trotz höheren Aufbaus – immer noch überragenden Straßenlage bestätigt er die Qualitäten seines frontgetriebenen Bruders: Das Fahrwerk und die ab- und zuschaltbaren elektronischen Fahrhilfen sind erstklassig. Sie lassen das Auto bei fühlbarer Sportlichkeit immer komfortabel bleiben.
Mit seinem Allradantrieb punktet der 1380 Kilogramm schwere Countryman vor allem auf rutschigem Terrain: Bei eingeschalteter Stabilitätskontrolle (DSC) erlaubt das Auto dem Fahrer kaum, in den Grenzbereich vorzustoßen. Intelligent dosiert die Elektronik Gasannahme und Drehzahl, um in fast jeder Straßenlage schlupffrei zu agieren. Um zünftig zu driften, muss der Traktionskontrollenschalter (DTC) am Fuße der Mittelkonsole deaktiviert werden.
Das technische Herzstück des Allrad-Minis ist seine elektromagnetisch angesteuerte Lamellen-Kupplung, die die Antriebs- und Bremskräfte zwischen den Achsen und den Rädern verteilt. Sie ist in allen drei mit Allrad lieferbaren Modellen verbaut: Dem 1,6-l-Benziner Cooper S Countryman (184 Turbolader-PS, ab 28.000 € ), dem 1,6-l-Diesel Cooper D Countryman (112 PS, ab 25.900) und den 2,0-l-Diesel Cooper SD Countryman (143 PS, ab 28.900 €).
Im urigen Alpenland fällt auch die bauchige Karosserie nicht negativ auf. Trotz des fülligen Looks bietet er innen weniger Platz als ein VW Golf – dass sollte man wissen. Und zumindest hier, wo Schweinebraten und Kaiserschmarrn auf keiner Tageskarte fehlen, ist das optische Übergewicht in guter Gesellschaft.
Das Fazit: Seine kompakte Form und das großartige Fahrwerk erhalten das Mini-typische Gokart-Feeling – deshalb gibt es kaum ein Auto, das auf Schnee und Eis so viel Spaß macht. Und dank der elektronischen Helferlein konnte auch Rallye-Legende Rauno Aaltonen (Bild oben) die Tricks, mit denen er 1967 auf Mini Cooper die Rallye Monte Carlo gewann, in der Kiste lassen (ich habe ihn trotzdem ausgefragt, dazu in einem späteren Post mehr).
Fotos: MINI
Technische Daten:
MINI Cooper D Countryman ALL4
Leistung: 82 kW / 112 PS
Hubraum: 1.598 ccm
Max. Drehmoment: 270 Nm bei 1750 – 2250 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Verbrauch: 4,9 l/100 km (EU) CO2: 129 g/km
Preis: 26.000 Euro (ab März 2012)
MINI Cooper S Countryman ALL4
Leistung: 135 kW / 184 PS
Hubraum: 1.598 ccm
Max. Drehmoment: 240 Nm bei 1600 – 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h
Verbrauch: 6,7 l/100 km (EU) CO2: 157 g/km
Preis: 28.100 Euro (ab März 2012)
Testfahrt: Range Rover Evoque
Veröffentlicht: 9. Januar 2012 Einsortiert unter: Allgemein | Tags: Kompakt-SUV, Land Rover, Liverpool, Range Rover Evoque, snowdonia nationalpark, SUV, Wales, yellow submarine 1 Kommentar »Schon der erste Blick, der die Silhouette des Evoque streift, macht klar: Das neue und bislang kleinste Mitglied der ehrwürdigen Range Rover-Familie ist nicht nur Fahrzeug, sondern auch Designobjekt.
Die mutigen Linien sind jedoch kein Selbstzweck: Denn mit zwei Dieselmotoren (150 und 190 PS) und einem Benzinmotor (240 PS) fährt sich der Evoque in jeder Version ausgezeichnet motorisiert, auch Verarbeitung und Nutzwert sind Premium.
Wurden Land bzw. Range Rover bisher konstruiert, um in den nordenglischen Hügeln zu kraxeln, so richtet sich der Evoque konsequent nach dem Zeitgeist: Form geht vor Funktion, zumindest wird dies für einen Großteil des anvisierten Publikums gelten. Die größte Hürde für einen Kompakt-SUV wie dieses dürfte in der Praxis das Kopfsteinpflaster in den Gründerzeitvierteln werden. Deshalb gibt es den Evoque in der Basisversion auch ohne Allradantrieb.
Richtig sexy wird der Baby-Range aber erst, wenn alle vier Räder angetrieben werden, was ihn extrem geländegängig macht: Steile Hänge klettert er emsig hinauf, und für waghalsige Abfahrten im offenen Gelände hilft die Bergabfahrhilfe HDC. Mit den bei Land Rover zum Standard gehörenden Programmen der „Terrain Response“ soll der Evoque dazu Touren durch Matsch, Schnee, Sand und Eis meistern. Unsere Testfahrt führte vom Militärflughafen im walisischen Anglesey (für Bunte-Leser: da, wo Prince William stationiert ist) durch den Snowdonia Nationalpark (da, wo der höchste Berg Englands steht) bis in ein unterirdisches, wassergeflutetes Tunnelsystem von Liverpool (da, wo wir gehofft hatten, einem Yellow Submarine zu begegnen). Mehr Stock, Stein und Wasser geht in Großbritannien also kaum. Und der Evoque rollt und rollt, selbst wenn ihm die Pfütze bis zur Motorhaube steht. Das Geländefazit: Fahrprogramme, Böschungs- und Rampenwinkel sowie Wattiefe sind in dieser Klasse einmalig.
Der Evoque ist mit zwei Dieselmotoren (150/190 PS) und einem Benzinmotor (240 PS, nur mit Automatikgetriebe) erhältlich. Das Basismodell, der eD4 als 150-PS-Diesel mit „Pure“-Aussttatung und Vorderradantrieb, kostet als 5-Türer 33.100 Euro. Serienmäßig sind Klimaautomatik, Teilledersitze, Multifunktions-Lederlenkrad, Farbbildschirm. Für das Topmodell, ein 2,0-l-Benziner-Coupé mit 240 PS in der „Prestige“-Ausstattung, werden 49.900 Euro fällig. Selbst mit dem kleinsten Motor (2,2-Liter-Diesel mit 150 PS) ist der Range ausreichend motorisiert, nur die mäßigen Höchstgeschwindigkeiten (180-217 km/h) trüben das Bild ein wenig.
Und nun der fragwürdige Clou (oder sollte man es britische Exzentrik nennen?) des Evoque: Das dreitürige Coupé kostet rund tausend Euro mehr als der Fünftürer. Dafür erhält man einen einzigartig gestalteten Geländewagen, dessen Keilform bis zur Grenze des guten Komforts durchgezogen ist. Die Nachteile: Das Einsteigen auf die hintere Sitzbank gerät zur Turnübung und die Heckscheibe schrumpft durch die abfallende Dachlinie zu einem kleinen Schlitz. Die Erkenntnis: Schönheit ohne Leiden gibt es auch in der Autowelt nicht. Immerhin, wer Luxus mit Substanz sucht, wird vom Evoque nicht enttäuscht.
Fotos: Range Rover/The Motorist
Technische Daten:
Range Rover Evoque SD4 Diesel “Dynamic”, Schaltgetriebe
Leistung: 140 kW / 190 PS
Hubraum: 2.179 ccm
Max. Drehmoment: 420 Nm bei 1750 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Verbrauch: 5,2 l/100 km (EU) CO2: 149 g/km
Preis: 45.900 Euro (Baureihe startet bei 33.100 Euro)
Testfahrt: Toyota Verso-S
Veröffentlicht: 4. Dezember 2011 Einsortiert unter: Allgemein 2 Kommentare »Nach einer siebenjährigen Pause präsentierte Toyota Anfang des Jahres wieder einen Kleinwagen mit großem Transportvolumen. Dabei haben die Japaner das familienfreundliche Konzept des Minivans 1999 erfunden.
Große Autos mit kleinem Kofferraum gibt es zu viele – man denke nicht zuletzt an die alten BMW-Tourings, in die nur knapp zwei Bierkisten passten. Wer allerdings die umgekehrte Relation von Stauraum zu Wagengröße nachfragte, wurde mit kastigen Lieferwagen bedient. 1999 schien Toyota das Problem erkannt zu haben und baute mit dem Yaris Verso einen Kleinwagen mit einem Heck, das aus dem größeren C-Segment entliehen war. Das war, wie so viele vernünftige Dinge, nicht schön anzusehen, aber praktisch für alle, die viel transportieren müssen. Als lang erwarteter Nachfolger fuhr Anfang des Jahres der Verso-S vor: 3,99 m kurz, mit kleinem Wendekreis und downgesizten und damit sparsamen Motoren unter der Haube. Groß dimensioniert sind hier nur der Kopfraum im Fond und das Ladevolumen von 1388 Litern bei umgelegter Rückbank – das ist ein Wert, bei dem sogar der deutlich längere VW Golf passen muss. Doch es gibt noch mehr Attraktionen für Schlepp-, Pack- und Verstaufans: eine geteilte Rückbank, eine ebene Ladefläche und ein doppelter Gepäckboden.
Auf der Straße punktet der Verso-S mit recht gutem Handling. Dieses gute Gefühl beschränkt sich allerdings auf die Innenstadt, denn schon auf dem Weg in den Grenzbereich wird das Fahrwerk unpräzise und schaukelt den Wagen unangenehm auf. Offenbar weiß Toyota genau, wer den kleinen Packesel fahren wird: Menschen die ihre wertvolle Fracht weder schnellen Kurven noch dynamischen Überholmanövern aussetzen werden. Die Wahl des Motors ist dagegen unkompliziert, es gibt einen 1,33-l-Benziner mit 99 PS und optionaler Start-Stop-Automatik und einen 1,4-l-Turbodiesel mit 90 PS.
Mehr Möglichkeiten bieten die vier Ausstattungslinien, die üppigste namens „Club“ erhöht den Grundpreis um 3.350 Euro. Die dann mitgelieferten Extras können sich aber sehen lassen: Klimaautomatik, Multimediasystem mit Touchscreen, Rückfahrkamera (!), USB- und Bluetooth-Schnittstellen, dazu eine Google Local Search-Funktion, die per Smartphone online geschaltet werden kann. Leider war zum Testtermin noch nicht das Navi „Touch & Go“ verbaut. Es soll eine App integrieren, die die spritsparendste Route ausrechnet, erhältlich. Ob das funktioniert? Warten wir´s ab. Definitiv für gute Laune auch bei der Baggage in der zweiten Reihe sorgt das riesige Panoramadach aus Glas. Überhaupt punktet der Verso-S mit seinem Innenraum, in dem schöne und ordentlich verarbeitete Materialien dominieren. Und ein Leder-Sportlenkrad, das durch seine Griffigkeit zu einem sportlichen Fahrstil animieren könnte. Doch den leben wir lieber mit einem anderen Auto aus. Erst bringen wir unsere Ladung sicher ans Ziel.
Fotos: Toyota für The Motorist
Technische Daten:
Toyota Verso-S “Life”
Leistung: 73 kW / 99PS
Hubraum: 1333 ccm
Max. Drehmoment: 125 Nm bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
Verbrauch: 5,4 l/100 km (EU) CO2: 125 g/km (Werte für Modell mit Start-Stopp-Automatik)
Preis: 16.950 Euro Euro (Baureihe startet bei 14.950 Euro )
Testfahrt: Tesla Model S
Veröffentlicht: 9. Oktober 2011 Einsortiert unter: Allgemein | Tags: alternative Antriebe, Apple, Drehmoment, Elektroauto, Elektromobilität, Elon Musk, iPad, Jan Wilms, Silicon Valley, Tesla, Tesla Model S, Tesla Roadster 4 Kommentare »Mit dem 362 PS starken 5+2-Sitzer Model S baut Tesla Motors die erste elektrische Limousine der Autogeschichte.
Es war ein langer, weiter Weg ins Silicon Valley. Doch dank der exklusiven Einsichten in die Arbeit eines der aufregendsten Autohersteller der Welt haben sich die 40 Flug(hafen)stunden zwischen Berlin und San Francisco gelohnt: Tesla Motors zeigte 15 europäischen Journalisten sein neues Werk und sein neues Auto: Ein Vorserienmodell des Model S, der ersten elektrischen Limousine der Autogeschichte. Mit 362 PS, 5+2 Sitzen (zwei Kindersitze im Kofferraum) und einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern setzt das lautlose Gefährt neue Maßstäbe. Ab 2012 ist es in den USA zu einem Preis ab 57.400 US-Dollar erhältlich, ab Ende 2012 dann auch bei uns. Vor allem die Generation iPad wird sich in diesem Auto die Finger plattdrücken: Statt Schaltern und Reglern prangt ein 17-Zoll-Touchscreen (so groß wie zwei Tablet-Computer) in der Mittelkonsole. Über ihn vernetzt sich der Fahrer per Internet-Browser, Sprachsteuerung, Webradio und Google Maps mit seiner Umwelt. Ansonsten bietet der elegant designte Hecktriebler dank seines Drehmoments von 415 Nm ziemlich starke Fahrleistungen (5,6 Sekunden von 0 auf 97 km/h). Ab 2012 soll eine “Performance”-Version diesen Spurt sogar in unter 4,5 Sekunden verrichten – das wäre auf Porsche 911 Carrera- und BMW M5-Niveau. Mein Fazit: Eine grüne Alternative für die obere Mittelklasse, wenn man die Nachladung (ca. 1 Stunde pro Batteriefüllung bei Schnellladung) auf Langstrecken akzeptiert. Zwischen den Ladestationen entschädigt auf jeden Fall die superbe Straßenlage des Model S. Allerdings bin ich gespannt, wie sich dann ein Exemplar aus der im November beginnenden Serienproduktion fährt. Während eines Rundgangs durch die neue Tesla-Fabrik in Fremont konnte ich außerdem mit Tesla-Chef Elon Musk (Foto oben) sprechen: “Wir fühlen uns durch andere Hersteller, die jetzt auch E-Autos bauen, nicht unter Druck gesetzt”, sagte er: “Denn wir sind erst am Ziel, wenn die Technologie auch in bezahlbaren Kleinwagen verfügbar ist”. Weitere Infos und Bilder gibt es offline in den Druckausgaben von Automobil Revue (CH 5.10.11) und Süddeutsche Zeitung (D 10.11.11).
Technische Daten: Tesla Model S (Vorserienversion)
- Fließheck-Limousine, 5 Türen, 5+2 Sitze, Leergewicht 1735 kg
- Elektromotor, Leistung 270 kW (362 PS), max. Drehmoment, 415 Nm bei 0 bis 7000/min
- Batterien: Flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen Batterie (Kapazität 85 kWh), Flüssigkeitsgekühlter Elektromotor
- Fahrgestell: Aluminiumkarosserie
- Fahrwerk: Heckantrieb, Ein-Gang-Getriebe
- Maße: Länge: 4973 mm, Breite: 2189 mm, Höhe 1435 mm, Radstand 2960 mm
- Fahrwerte: Höchstgeschwindigkeit 209 km/h (abgeriegelt), 0 bis 97 km/h 5,6 s
- Reichweiten (je nach Batteriekonfiguration): 257, 370 und 480 Kilometer
- Preise (vorläufig): Ab 57.400 $
Erhältlich ab Sommer 2012 in USA, ab Ende 2012 in Europa
Fotos: Tesla Motors/ The Motorist
Fahrkultur: Detroit Crock City
Veröffentlicht: 8. Oktober 2011 Einsortiert unter: Allgemein Schreibe einen Kommentar »Dass in Detroit, der ehemaligen Superschmiede der US-Autoindustrie nicht mehr viel los ist, weiß man. Doch wie schlimm es wirklich aussieht, wird erst langsam deutlich. In der vergangenen Woche erzählte mir z. B. noch Tesla Motors-Vize und Chefingenieur Gilbert Passin, dass sein Unternehmen in Detroit eine gigantische gebrauchte Presse kaufen konnte. Zum Preis von “pennies to the dollar”. Das heißt übersetzt: für weniger als zehn Prozent des Nennwerts. Auch die französischen Fotografen Ives Marchand und Romain Meffre unternahmen mit ihren Kameras eine Reise auf diesen Ground Zero der Autobranche. Das Fotobuch “Ruins of Detroit” (Steidl) zeigt in dramatischen Bildern: Für eine Zeit nach der Industrie schien es offenbar keine Pläne zu geben.
Testfahrt: Audi Q3
Veröffentlicht: 20. Juli 2011 Einsortiert unter: Allgemein | Tags: Allradantrieb, Audi Q3, Autos 2011, Geländewagen, Kompakt-SUV, Quattro, SUV Schreibe einen Kommentar »Eine hohe Sitzposition im Auto ist zum Statussymbol geworden. Schön, dass wir dafür auch bei Audi nicht mehr in übergewichtige Stadt-Trecker steigen müssen. Der Q3 kombiniert Chic und High-Tech in einem überzeugenden Auftritt.
Der Quattro-Antrieb führt das schöne Auto auf der Idealspur durch die kurvigen Straßen oberhalb des Zürichsees. Die gemütlichgrünen Hügel erinnern ans Teletubbyland. Doch ob über Stock, Stein oder gar frischen Kuhmist – das „Q“im Fahrwerk garantiert auch bei rasanter Serpentinenfahrt eine wohlige Sicherheit. Bis zu Audis kleinem SUV obere Kompaktklasse war es ein weiter Weg. Doch sein smartes Design und die überragende Technologie werden dem Q3 einen bleibenden Premium-Eindruck zwischen VW Tiguan, BMW X1 und Toyota RAV4 sichern. Zum Modellstart setzt Audi auf sparsame 2.0-Liter-Motoren. Zwei Turbodiesel (140 und 177 PS) und zwei Benziner (170 und 211 PS) sorgen für Vortrieb, später soll als Krönung noch eine Fünfzylinder-Rakete mit 300 PS folgen. Die Antriebssteuerung „drive select“ bietet von „Efficiency“ bis „Dynamic“ vier Abstimmungsvarianten, die Gasannahme und Schaltpunkte steuern. Und an der Ampel spart die Start-Stopp-Technologie noch ein paar Tropfen Benzin.
Audi positioniert sein kleines SUV „urban und stylig“. Doch eine Generation Praktikum wird sich teure Autos wie dieses kaum vor den ersten grauen Haaren leisten können. Wahrscheinlich fährt der Q3 in der Praxis eher Middle Ager nach Suburbia. Da passt die Audi-typische Perfektion in Verarbeitung und Materialwahl, die an Designer-Reihenhäuser statt an chaotische Altbauwohnungen erinnert: Dekore gibt´s aus gebürstetem Alu und aus naturbelassenem Lärchenholz. Ab 2012 wird der Q3 mit WLAN-Hotspot auch internetfähig. Weitere schöne Extras: Spurwechsel- und Parkassistent, der die Steuerung in die Parklücken hinein übernimmt. Zum Schmuckstück macht den Q3 aber das wohlgeformte Blech: Audis berühmte „Tornadolinie“ zeichnet die Flanke bis zum fast coupéhaft flach gezogenen Heck. Der sportliche Look lässt auch noch ausreichend Raum für Koffer (460 Liter).
Auch im später einsetzenden Schweizer Bergregen klebt das Auto noch auf dem Asfalt. Denn Audis permanente Allradtechnologie (später gibt es den Q3 auch mit Frontantrieb) gehört – genau wie der ultraleichte Karosseriestahl – zu den großen technologischen Leistungen des Autobaus der vergangenen 30 Jahre. Ich erinnere mich, dass in den Neunzigern sogar Blur und U2 den Werbeslogan „Vorsprung durch Technik“ zitierten. Ein von einer grandiosen Coolness geprägtes Image, die die Marke später als Erfinder des Q7, des maßlosesten SUV diesseits von Detroit, fast ruinierte. Zur Kurskorrektur taugt der Q3 als dritter, kleinster und beinahe vernünftiger SUV nun perfekt. Nur von vorne, mit dem überdimensionierten Kühlergrill, erscheint er noch wie ein Großmaul. Ein ziemlich cooles allerdings.
Fotos: Hersteller, Jan Wilms
Technische Daten:
Audi Q3 2.0-l-TDI quattro
Leistung: 130 kW (177 PS)
Max. Drehmoment 380 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 212 km/h
Verbrauch 5,9 l/100 km (EU), CO2: 156 g/km
Preis Audi Q3 2.0-l-TDI quattro: 36.800 Euro (Baureihe startet bei 29.900 Euro)
Testfahrt: Opel Ampera
Veröffentlicht: 8. Juli 2011 Einsortiert unter: Allgemein | Tags: alternative Antriebe, Ampera, Elektromobilität, GM, Jan Wilms, Opel, Opel Ampera, Range Extender, Reichweitenverlängerer Elektroauto Schreibe einen Kommentar »Opel eröffnet eine neue Klasse und, diese Prognose darf man wagen, wird als deren Primus mittelfristig auftrumpfen. Denn für den umweltbewussten Verbraucher ist endlich ein Elektroauto auf dem Markt, das ganz ohne Entbehrungen fährt.
Sein innovativer Antrieb kann als emissionsfreieres Pendant zur Hybridtechnologie verstanden werden: Zwei Elektromotoren, gespeist durch die 16 kWh-Lithium-Ionen-Batterie im Mitteltunnel, treiben das Auto rund 60 Kilometer weit an. Sinkt der Ladestand der Batterie unter 30 Prozent, zündet mit kaum spürbaren Vibrationen der 1,4-l-Benziner und verlängert die Reichweite um weitere 500 Kilometer. 
Das Konzept eines puren Elektroautos verwässert hiermit; dies ist akzeptabel, denn einen durchschnittlichen täglichen Pendlerrhythmus mit Ladestationen am Arbeitsplatz und zu Hause kann der Ampera ohne fossile Brennstoffe bestreiten. Die kumulierten 111 kW/ 150 PS der Motoren sorgen für ein Drehmoment von 370 Nm und ermöglichen ein spritziges Fahren in der Stadt und ein gediegenes Gleiten über Land, auf der Autobahn wird bei 160 km/h abgeriegelt. Nicht überraschen kann die bewährte Opel-Qualität bei Material und Verarbeitung, die nie das Gefühl vermittelt, man steuere ein Experiment. Diese Gründlichkeit sorgt auch bei Geschwindigkeiten über 100 km/h für ein faszinierend aseptisches Fahrerlebnis: Noch nicht einmal der sirrende Elektromotor stört die gedämmte Ruhe im gedämmten Innenraum. Der Kofferraum schließlich, zugänglich durch eine überlange Schägheckklappe, fasst kurzurlaubtaugliche 300 Liter.
Wir versuchen uns an einem Effizienztest auf der Strecke Den Haag-Noordwijk und überprüfen gleichzeitig die Batteriekapazität: Mit vorausschauendem aber nicht lethargischem Fahren schaffen wir 65 Kilometer Strecke. Zum Zweck einer intuitiven Bedienbarkeit simuliert die Steuerungselektronik eine Automatik, obwohl ein E-Getriebe nur einen Gang besitzt. Neben dem „Drive“-Gang gibt es noch den Gang „L“, der im Rollen und bei Bergabfahren stärker bremst – und so durch Rekuperation die Batterie wieder lädt. Ungewohnt und vor allem bei Autobahnfahrten lästig ist die indirekte, elektrohydraulische Lenkung. Sie ist leichtgängig aber unstet – und stammt kostensparend aus dem für die USA ausgelegten General Motors-Baukasten.
Mit dem Ampera-Design versucht Opel, sein traditionell biederes Stilverständnis zu überwinden. Bei der wuchtigen Front gehen sie reichlich übermotiviert ans Werk, auch die High-Tech-Anmutung im Cockpit erscheint nur mittelmäßig modern. Grenzwertig und nah am Gimmick sind die inneren Türverkleidungen mit aufgemalten, stilisierten Computerplatinen. Diesen Hinweis mit dem Dampfhammer wird kein Amperakäufer nötig haben.
Fotos: Hersteller/Jan Wilms
Technische Daten:
Opel Ampera
Antrieb: Elektromotor mit Range-Extender
Leistung: 111 kW / 150 PS
Reichweite: 40-80 km elektrisch, über 500 km mit Range-Extender
Höchstgeschwindigkeit: 161 km/h
Verbrauch (vorläufiger Wert): 1,6 l/100km (EG)
Preis: ab 42.900 Euro
CO2-Emission (vorläufiger Wert):: 40 g/km
Fahrkultur: Der Mazda2 und die Küste der Künstler
Veröffentlicht: 1. Juli 2011 Einsortiert unter: Allgemein Schreibe einen Kommentar »Deutschlands rauer Norden war schon immer ein Magnet für große Maler und Literaten: Gleichzeitig lieferte das wilde Küstenland Schauplätze für fesselnde Erzählungen. Für die Mazda Motion-Ausgabe Sommer 2011 spürte ich im März mit Fotograf Tom Salt und einem Mazda2 den Spuren von Theodor Storm, Emil Nolde, Siegfried Lenz und Caspar David Friedrich nach. Sie führten uns von Hamburg über Husum und Wismar bis zum Kap Arkona auf Rügen.







Fotos: Tom Salt, Jan Wilms
















































































