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Tesfahrt: Land Rover Freelander 2

Für Puristen ist es das Ende einer Ära: Land Rover bietet seine Geländewagen zum ersten Mal ohne Allradantrieb an. Dabei folgt die Marke den veränderten Ansprüchen neuer Kunden.

Der Hang ist steil, das Geläuf rutschig, doch ein Land Rover bewältigt dank des besten Allradantriebs der Welt jedes Gelände. Dabei kann er Unerhörtes vollbringen, ich erinnere mich an eine Tour durch das Gebirge von Montenegro: Der alte Defender kraxelte dank permanentem Allradantrieb und Getriebuntersetzung die gerölligsten Pisten und spitzesten Kuppen rauf und runter wie ein Maultier. Doch wie viele Fahrer nutzen ihre Kastenautos im Unterholz und Hochgebirge? Für die immer größer werdende Fraktion der Stadtindianer gibt es jetzt im Freelander 2 mit 2,2-Liter-Turbodiesel und 150 PS den optionalen Frontantrieb.

Die Ersparnis beträgt 1.700 Euro. Dafür muss der Fahrer auf das Rund-Um-Sorglos-Paket des Allradantriebs mit allerhand elektronischen Hilfen verzichten. Ähnlich einer Versicherung dient dies meist der Psychologie mehr als dem tatsächlichen Vortrieb. Denn mit ein wenig Gefühl im Gasfuß meistert auch der Fronttriebler verschneite Böschungen und gerät selbst auf vereisten Flecken nicht aus der Spur. In schnell gefahrenen Kurven untersteuert er moderat, bleibt aber immer berechenbar.

Mit seinem Basispreis von 28.200 Euro mit Schaltgetriebe überbietet der reduzierte Freelander die 2×4-Varianten von BMW X1 und VW Tiguan knapp. Dafür erhält man zumindest auf der Oberfläche echtes Land Rover-Gefühl. Als Alternativen stehen weiterhin drei Allrad-Varianten mit 150 und 190 PS-Turbodiesel und ein 3,2-Liter-Benziner mit 233 PS bereit.

Technisch bedeutet das Kompaktmodell der britischen Marke in indischer Hand einen drastischen Bruch mit einer 63-jährigen Tradition. Von einer Weichspülung möchte Range Rover Deutschland-Geschäftsführer Peter Modelhart allerdings nichts wissen, „Die Kunden wollen diese Möglichkeit“, sagt er und verweist auf den Trend: Der Anteil von Einachsantrieben im kleinen SUV-Segment liegt heute schon bei einem Drittel. Und der Fahrtest des Frontrieblers beweist: Auf fast jedem mitteleuropäischen Straßenbelag leistet der neue Antrieb ausreichende Dienste, auch bei Schnee. In extremen Situationen und für Vergnügen jenseits der Straße aber ist der Allradantrieb durch nichts zu ersetzen. Die Kaufentscheidung wird mit der neuen Option nicht einfacher. Doch vielleicht wird die Allrad-Nostalgie einer Generation, die den Land Rover nicht aus „Daktari“ kennt, weniger stark ausgeprägt sein.

Fotos: Land Rover/The Motorist

Technische Daten:

Land Rover Freelander 2 TD4 Diesel, Schaltgetriebe, „S“-Ausstattung

Leistung: 110 kW / 150 PS

Hubraum: 2.179 ccm

Max. Drehmoment: 420 Nm bei 2000 U/min

Höchstgeschwindigkeit: 181 km/h

Verbrauch: 6,2 l/100 km (EU) CO2: 165 g/km

Preis: 33.300 Euro (Baureihe startet bei  28.200 Euro)



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