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Testfahrt: Nissan Leaf

Mit dem Leaf bringt Nissan im April das erste Elektroauto der Golf-Klasse. Allerdings kommt es 16 Monate später als in den USA. Mit rund 170 Kilometern Reichweite und gutem Platzangebot verspricht er viel Komfort. Doch hat sich das Warten gelohnt?

Technologisch bietet der Leaf in seinem komplett elektrifizierten Antriebsstrang keine Überraschungen: Die Lithium-Ionen-Batterien besitzen eine angemessene Kapazität von 24 kWh und erlauben eine Reichweite von 160 bis 175 Kilometern unter Idealbedingungen.

Hat sich das Warten also gelohnt? Der Preis ist mit 36.990 Euro hoch, relativiert sich aber im Vergleich mit dem Kleinwagen Mitsubishi i-MiEV (34.390 Euro) und dem etwas größeren Opel Ampera (48.200 Euro). Da gibt´s mit dem Leaf schon mehr Auto fürs Geld.

Auf innerstädtischen Straßen fühlt sich der E-Nissan viel stärker motorisiert an, als es die Leistung von 80 kW (109 PS) verspricht: Weil das maximale Drehmoment von 280 Nm aus dem Stand anliegt, schießt der Leaf an jeder Ampel los wie ein Sportwagen, benötigt aber trotz einstufiger Automatik für den vollen Spurt auf 100 km/h lange 11,9 Sekunden. Der E-Motor wird bei einer Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h abgeriegelt.

Der Praxistest zeigt, mit welcher Fahrtaktik man im Leaf die versprochenen 160 Kilometer tatsächlich realisiert. Bei längeren Fahrten bergauf schrumpft der Energievorrat zwar, das Energiemanagement verzeiht auch die dynamischen Antritte nicht oft.

Falls die Ladung trotzdem zur Neige geht, berechnet das serienmäßige Leaf-Navi telematisch den kürzesten Weg zur nächsten Ladestation.

Ab April steht der Leaf bei 18 speziell geschulten Nissan-Händlern in Deutschland. Das Warten auf den E-Nissan hat sich gelohnt, wenn man eine technologisch ausgereifte Vernunftlösung sucht, die alles bietet, was man von einem kompakten Elektroauto im Jahr 2012 erwarten kann. Dazu gehört auch der hohe Preis.

Fotos: Nissan, The Motorist Blog

Nissan Leaf

Antrieb: Elektromotor (Wechselstrom-Synchronmotor)

Typ: fünftürige Schrägheck-Kompaktlimousine

Leistung: 80 kW / 109 PS

Reichweite: 175 km

Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h

Beschleunigung 0-100 km/h: 11,9 s

Verbrauch (vorläufiger Wert): ca 2,37 l/100km (Angabe US-Umweltbehörde)

CO2-Emission (vorläufiger Wert): 0 g/km

Batterie: Lithium-Ionen

Ladezeit: 7 Stunden an 16 A / 230 V-Steckdose

Länge: 4.44 Meter

Breite: 1.77 Meter

Höhe: 1.54 Meter

Radstand: 2.69 Meter

Gewicht: 1.965 kg

Preis: ab 36.990 Euro

Verfügbarkeit: April 2011

Sitzplätze: 5


Fahrkultur: Land Rovers Jagdhütte in Berlin

Mercedes-Benz sponsort die Berliner Fashion Week, VW kooperiert mit dem MoMA in New York, Rupert Stadler von Audi sprach Anfang der Woche bei der DLD Conference – kaum ein Autohersteller, der auf eine Verlinkung zu Kunst, Szene und digitaler Boheme verzichtet.

Ein paar Nummern kleiner und dabei ziemlich sympathisch zeigt sich Land Rover derzeit in Berlin. Als Partner der Lufthansa unterstützt die britische Marke (mittlerweile in indischer Hand) das Pret a Diner „In the Mix“, ein bis Ende Februar geöffnetes Pop-Up-Restaurant in der Alten Münze in Berlin. Die preisgekrönte Idee: Ein temporäres Sterne-Restaurant öffnet für wenige Wochen in einer aufregenden Industrieumgebung.

Die Obergeschosse werden zeitgleich von der Circleculture Gallery bespielt. Die Höhepunkte hier: Stefan Strumbels Pop Art-Kuckucksuhren und Vhils‚ Merkel-Wandgemälde. Was dieses feingeistige Konzept mit Geländewagen zu tun hat? Nichts direkt, außer dass es einen urbanen Lebensstil ausdrückt, den die traditionsreiche Allradmarke allmählich auf sich transferieren möchte. Das passende Auto gibt es nun auch – sogar ohne 4×4-Antrieb.

Denn der Range Rover Evoque hat nur noch wenig mit dem historischen Feld-Wald-und-Wiesen-Image des Ur-Range Rovers zu tun. Dafür ist er ziemlich chic gestaltet. Was übrigens auch für das Pret a Diner-Interieur gilt: Mit seinen präparierten Vögeln, Fasanen und Mardern wirkt das Restaurant wie die innerstädtische Version einer Jagdhütte. So würde sie auch der Stammklientel von Range Rover gefallen. Und den Imagetransferkreislauf schließen. (Dass der noch vor 25 Jahren vis-a-vis am anderen Spreeufer residierende Staatsratsvorsitzende der DDR einen moosgrünen Range Rover (Foto: Stefan Thiele) zur Jagd benutzte, würde als Assoziation wohl zu weit gehen).

Für das Kulinarische ist Tim Raue verantwortlich, Berlins jüngster Starkoch. Auch wenn die Auslastung bei diesem Guerilla-Cooking bisher bei traumhaften 100 Prozent lag: Konzepte wie diese tragen sich kaum selbst. Für die Sponsoren hat das Engagement den entscheidenden Vorteil: Näher kommen sie an den vermeintlichen Kern der Hipsterszene Berlins nicht ran.

Für das Innendesign des Evoque hatte Land Rover sogar Victoria Beckham engagiert. Da ist die Investition ins Pret a Diner schon besser angelegt. Ende des Jahres wird die Münze wohl zu einem Investorenprojekt – ein Grund mehr, noch einmal vorbeizuschauen. Auch, weil die Gäste anschließend mit dem neuen Evoque nach Hause geshuttelt werden. Hinauf auf die wilden Höhen von Kreuz-, Schöne- und Prenzlauer Berg.

Fotos: Pret a Diner, Land Rover, Katrin Rodegast, Stefan Thiele, The Motorist Blog,


Testfahrt: MINI Countryman ALL4

In der ersten Hälfte des Winters mussten wir Schnee mit der dicken Lupe suchen. Erst gestern tröpfelte zum ersten Mal ein wenig Gefrorenes vom Berliner Himmel, auch in den alpinen Skigebieten liegt mittlerweile mehr als genug. Doch bis Mitte Dezember dominierte selbst auf über 2000 Metern ein entmutigendes Grünbraun.

Auch die Presseleute von MINI, die im Kühtai, dem höchsten österreichischen Wintersportrevier, den allradgetriebenen Countryman ALL4 vorführen wollten, bekamen da warme Füße. Pünktlich am Vorabend des Events bewiesen die Münchner ihr Gespür für die weiße Pracht. Während die Straßen um Innsbruck noch frühlingshaft erschienen, zeigte sich das Offroad-Gelände hoch oben in den Tiroler Bergen schneebedeckt.

So durfte der Countryman ALL4 demonstrieren, was er kann. Mit seiner – trotz höheren Aufbaus – immer noch überragenden Straßenlage bestätigt er die Qualitäten seines frontgetriebenen Bruders: Das Fahrwerk und die ab- und zuschaltbaren elektronischen Fahrhilfen sind erstklassig. Sie lassen das Auto bei fühlbarer Sportlichkeit immer komfortabel bleiben.

Mit seinem Allradantrieb punktet der 1380 Kilogramm schwere Countryman vor allem auf rutschigem Terrain: Bei eingeschalteter Stabilitätskontrolle (DSC) erlaubt das Auto dem Fahrer kaum, in den Grenzbereich vorzustoßen. Intelligent dosiert die Elektronik Gasannahme und Drehzahl, um in fast jeder Straßenlage schlupffrei zu agieren. Um zünftig zu driften, muss der Traktionskontrollenschalter (DTC) am Fuße der Mittelkonsole deaktiviert werden.

Das technische Herzstück des Allrad-Minis ist seine elektromagnetisch angesteuerte Lamellen-Kupplung, die die Antriebs- und Bremskräfte zwischen den Achsen und den Rädern verteilt. Sie ist in allen drei mit Allrad lieferbaren Modellen verbaut: Dem 1,6-l-Benziner Cooper S Countryman (184 Turbolader-PS, ab 28.000 € ), dem 1,6-l-Diesel Cooper D Countryman (112 PS, ab 25.900) und den 2,0-l-Diesel Cooper SD Countryman (143 PS, ab 28.900 €).

Im urigen Alpenland fällt auch die bauchige Karosserie nicht negativ auf. Trotz des fülligen Looks bietet er innen weniger Platz als ein VW Golf – dass sollte man wissen. Und zumindest hier, wo Schweinebraten und Kaiserschmarrn auf keiner Tageskarte fehlen, ist das optische Übergewicht in guter Gesellschaft.

Das Fazit: Seine kompakte Form und das großartige Fahrwerk erhalten das Mini-typische Gokart-Feeling – deshalb gibt es kaum ein Auto, das auf Schnee und Eis so viel Spaß macht. Und dank der elektronischen Helferlein konnte auch Rallye-Legende Rauno Aaltonen (Bild oben) die Tricks, mit denen er 1967 auf Mini Cooper die Rallye Monte Carlo gewann, in der Kiste lassen (ich habe ihn trotzdem ausgefragt, dazu in einem späteren Post mehr).

Fotos: MINI

Technische Daten:

MINI Cooper D Countryman ALL4

Leistung: 82  kW / 112 PS

Hubraum: 1.598 ccm

Max. Drehmoment: 270 Nm bei 1750 – 2250 U/min

Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h

Verbrauch: 4,9 l/100 km (EU) CO2: 129 g/km

Preis: 26.000 Euro (ab März 2012)

MINI Cooper S Countryman ALL4

Leistung: 135  kW / 184 PS

Hubraum: 1.598 ccm

Max. Drehmoment: 240 Nm bei 1600 – 5000 U/min

Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h

Verbrauch: 6,7 l/100 km (EU) CO2: 157 g/km

Preis: 28.100 Euro (ab März 2012)


Testfahrt: Range Rover Evoque

Schon der erste Blick, der die Silhouette des Evoque streift, macht klar: Das neue und bislang kleinste Mitglied der ehrwürdigen Range Rover-Familie ist nicht nur Fahrzeug, sondern auch Designobjekt.

Die mutigen Linien sind jedoch kein Selbstzweck: Denn mit zwei Dieselmotoren (150 und 190 PS) und einem Benzinmotor (240 PS) fährt sich der Evoque in jeder Version ausgezeichnet motorisiert, auch Verarbeitung und Nutzwert sind Premium.

Wurden Land bzw. Range Rover bisher konstruiert, um in den nordenglischen Hügeln zu kraxeln, so richtet sich der Evoque konsequent nach dem Zeitgeist: Form geht vor Funktion, zumindest wird dies für einen Großteil des anvisierten Publikums gelten. Die größte Hürde für einen Kompakt-SUV wie dieses dürfte in der Praxis das Kopfsteinpflaster in den Gründerzeitvierteln werden. Deshalb gibt es den Evoque in der Basisversion auch ohne Allradantrieb.

Richtig sexy wird der Baby-Range aber erst, wenn alle vier Räder angetrieben werden, was ihn extrem geländegängig macht: Steile Hänge klettert er emsig hinauf, und für waghalsige Abfahrten im offenen Gelände hilft die Bergabfahrhilfe HDC. Mit den bei Land Rover zum Standard gehörenden Programmen der „Terrain Response“ soll der Evoque dazu Touren durch Matsch, Schnee, Sand und Eis meistern. Unsere Testfahrt führte vom Militärflughafen im walisischen Anglesey (für Bunte-Leser: da, wo Prince William stationiert ist) durch den Snowdonia Nationalpark (da, wo der höchste Berg Englands steht) bis in ein unterirdisches, wassergeflutetes Tunnelsystem von Liverpool (da, wo wir gehofft hatten, einem Yellow Submarine zu begegnen). Mehr Stock, Stein und Wasser geht in Großbritannien also kaum. Und der Evoque rollt und rollt, selbst wenn ihm die Pfütze bis zur Motorhaube steht. Das Geländefazit: Fahrprogramme, Böschungs- und Rampenwinkel sowie Wattiefe sind in dieser Klasse einmalig.

Der Evoque ist mit zwei Dieselmotoren (150/190 PS) und einem Benzinmotor (240 PS, nur mit Automatikgetriebe) erhältlich. Das Basismodell, der eD4 als 150-PS-Diesel mit „Pure“-Aussttatung und Vorderradantrieb, kostet als 5-Türer 33.100 Euro. Serienmäßig sind Klimaautomatik, Teilledersitze, Multifunktions-Lederlenkrad, Farbbildschirm. Für das Topmodell, ein 2,0-l-Benziner-Coupé mit 240 PS in der „Prestige“-Ausstattung, werden 49.900 Euro fällig. Selbst mit dem kleinsten Motor (2,2-Liter-Diesel mit 150 PS) ist der Range ausreichend motorisiert, nur die mäßigen Höchstgeschwindigkeiten (180-217 km/h) trüben das Bild ein wenig.

Und nun der fragwürdige Clou (oder sollte man es britische Exzentrik nennen?) des Evoque: Das dreitürige Coupé kostet rund tausend Euro mehr als der Fünftürer. Dafür erhält man einen einzigartig gestalteten Geländewagen, dessen Keilform bis zur Grenze des guten Komforts durchgezogen ist. Die Nachteile: Das Einsteigen auf die hintere Sitzbank gerät zur Turnübung und die Heckscheibe schrumpft durch die abfallende Dachlinie zu einem kleinen Schlitz. Die Erkenntnis: Schönheit ohne Leiden gibt es auch in der Autowelt nicht. Immerhin, wer Luxus mit Substanz sucht, wird vom Evoque nicht enttäuscht.

Fotos: Range Rover/The Motorist

Technische Daten:

Range Rover Evoque SD4 Diesel „Dynamic“, Schaltgetriebe

Leistung: 140 kW / 190 PS

Hubraum: 2.179 ccm

Max. Drehmoment: 420 Nm bei 1750 U/min

Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h

Verbrauch: 5,2 l/100 km (EU) CO2: 149 g/km

Preis: 45.900 Euro (Baureihe startet bei 33.100 Euro)