The Motorist`s Instagram Diaries …

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Fahrkultur: Land Rovers Jagdhütte in Berlin

Mercedes-Benz sponsort die Berliner Fashion Week, VW kooperiert mit dem MoMA in New York, Rupert Stadler von Audi sprach Anfang der Woche bei der DLD Conference – kaum ein Autohersteller, der auf eine Verlinkung zu Kunst, Szene und digitaler Boheme verzichtet.

Ein paar Nummern kleiner und dabei ziemlich sympathisch zeigt sich Land Rover derzeit in Berlin. Als Partner der Lufthansa unterstützt die britische Marke (mittlerweile in indischer Hand) das Pret a Diner „In the Mix“, ein bis Ende Februar geöffnetes Pop-Up-Restaurant in der Alten Münze in Berlin. Die preisgekrönte Idee: Ein temporäres Sterne-Restaurant öffnet für wenige Wochen in einer aufregenden Industrieumgebung.

Die Obergeschosse werden zeitgleich von der Circleculture Gallery bespielt. Die Höhepunkte hier: Stefan Strumbels Pop Art-Kuckucksuhren und Vhils‚ Merkel-Wandgemälde. Was dieses feingeistige Konzept mit Geländewagen zu tun hat? Nichts direkt, außer dass es einen urbanen Lebensstil ausdrückt, den die traditionsreiche Allradmarke allmählich auf sich transferieren möchte. Das passende Auto gibt es nun auch – sogar ohne 4×4-Antrieb.

Denn der Range Rover Evoque hat nur noch wenig mit dem historischen Feld-Wald-und-Wiesen-Image des Ur-Range Rovers zu tun. Dafür ist er ziemlich chic gestaltet. Was übrigens auch für das Pret a Diner-Interieur gilt: Mit seinen präparierten Vögeln, Fasanen und Mardern wirkt das Restaurant wie die innerstädtische Version einer Jagdhütte. So würde sie auch der Stammklientel von Range Rover gefallen. Und den Imagetransferkreislauf schließen. (Dass der noch vor 25 Jahren vis-a-vis am anderen Spreeufer residierende Staatsratsvorsitzende der DDR einen moosgrünen Range Rover (Foto: Stefan Thiele) zur Jagd benutzte, würde als Assoziation wohl zu weit gehen).

Für das Kulinarische ist Tim Raue verantwortlich, Berlins jüngster Starkoch. Auch wenn die Auslastung bei diesem Guerilla-Cooking bisher bei traumhaften 100 Prozent lag: Konzepte wie diese tragen sich kaum selbst. Für die Sponsoren hat das Engagement den entscheidenden Vorteil: Näher kommen sie an den vermeintlichen Kern der Hipsterszene Berlins nicht ran.

Für das Innendesign des Evoque hatte Land Rover sogar Victoria Beckham engagiert. Da ist die Investition ins Pret a Diner schon besser angelegt. Ende des Jahres wird die Münze wohl zu einem Investorenprojekt – ein Grund mehr, noch einmal vorbeizuschauen. Auch, weil die Gäste anschließend mit dem neuen Evoque nach Hause geshuttelt werden. Hinauf auf die wilden Höhen von Kreuz-, Schöne- und Prenzlauer Berg.

Fotos: Pret a Diner, Land Rover, Katrin Rodegast, Stefan Thiele, The Motorist Blog,

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Rallye: Tesla Roadster auf der Michelin Challenge Bibendum

Gestern durfte ich die Möglichkeit (und die Ehre) genießen, auf einem Tesla Roadster Sport 2.5 die berühmte Rallye Michelin Challenge Bibendum zu fahren. Der elektrische Supersportwagen mit 280 PS und einem Antritt von 3,4 Sekunden von 0-100 km/h war dafür natürlich das ideale Vehikel: Vom Rollfeld des alten Flughafens Berlin-Tempelhof ging es 300 Kilometer durch die Hauptstadt und Brandenburg.

Mit im Feld: alternativ angetriebene Prototypen und (Vor-)Serienautos wie Mercedes B-Klasse F-Cell, Porsche Panamera S Hybrid, Volvo V60 Plug-in-Hybrid, Opel Ampera, Citroën Survolt, dazu Modelle von Audi, VW und Toyota. Sogar der Peugeot EX1 fuhr mit – zumindest die erste Hälfte der Rallye. Um es vorwegzunehmen: Am Ende belegte unser Team „Tesla Deutschland“ (mit Copilotin Sarah Zimmermann, Pressesprecherin von Tesla) hinter dem Renault Fluence Z.E. den 2. Platz von insgesamt 120 Startern.

Der absolute Höhepunkt: der Beschleunigungstest als letzte Prüfung der Finaletappe. Nach knapp 300 Kilometern auf Strom stehe ich auf der weiten Startbahn von Tempelhof, den Hintern nur wenige Zentimeter über dem Asphalt. Mein linker Fuß voll auf der Bremse, mein rechter Fuß voll auf dem Strompedal. Die Traktionskontrolle ist abgeschaltet. Mein warmen Reifen kratzen nervös auf dem historischen Beton, dann löse ich mit einem Ruck die Bremse. Der Elektromotor dreht auf 14.000 Touren, wie eine Zwille schießen die 400 Nm Drehmoment den Wagen nach vorne: in knapp fünf Sekunden Vonnullaufhundert (weil die Batterie leer ist, sonst geht´s noch schneller). Nahtlos, weil Elektroautos nur einen Gang besitzen. Und emissionslos. Flugzeuge heben hier nicht mehr ab, doch ich fühle mich wie kurz davor.

Die Michelin Challenge Bibendum repräsentiert den aktuellen Stand der konkurrierenden Technologien der Zukunft: von Elektroautos über Hybride und Wasserstoff-Brennstoffzellenautos sowie besonders effiziente Gas-, Benzin- und Dieselmotoren. Sie findet einmal jährlich statt.

Text: Jan Wilms

Fotos: Tesla/Michelin/Jan Wilms

Technische Daten:

Tesla Roadster Sport 2.5

Leistung: 215 kW (292 PS)

Max. Drehmoment 400 Nm

Höchstgeschwindigkeit: 212 km/h

Beschleunigung 0-100 km/h: 3,7 s

CO2: 0 g/km

Preis: 117.800 Euro